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Pomhoried
B.W. *14.01.1988 • Z: Georg Leicht, Biebelried
Familie T1C Polarfahrt (Hauptgestüt Trakehnen)


Horizon
Mahon
Mahagoni
Marussja
Harma
Matador
Harpune II
Pommern
Habicht
Burnus AAH
Hallo
Pomeranze
Traumgeist xx
Polaria

Pomhoried, genannt "Pauli" - Powerpaket mit Empfehlung fürs Bundeschampionat ...

Zu Beginn des Jahres 1992 diskutierte man im Hause Steiner über einen neuen Pferdekauf für den Sohn Günter. Bislang beritten mit Mutters Vollblutwallach „Haboro“, geb. 1978 v. Authi xx  a. d. Highlife xx v. Waidmannsheil xx, wurde Günter mit seinen 15 Jahren langsam, aber sicher zu groß und zu schwer für den nur 1,63 m großen, zierlichen Vollblüter. Erfolgreich waren die beiden schon längst und im oberbayerischen Juniorenkader Vielseitigkeit sowie in L-Springen siegreich.

Wenn der Junge schon mit Vollblütern umgehen konnte, so die logische Schlussfolgerung, dann hatte er auch sicher das Handling für Trakehner Pferde - man wollte sich also auch bei Trakehner Züchtern umsehen. Herbert Winkelmann aus Garching, der Günter von verschiedenen Turnieren her kannte, stellte die Verbindung zum Hause Leicht in Biebelried her, von wo auch kurzfristig Antwort kam, dass man einen vierjährigen Wallach habe, der sicher mit einem talentierten Reiter im Sport eine Zukunft hätte.

Also führte der Weg zum Ausprobieren Richtung Unterfranken. Nach einer kurzen Stallbesichtigung wurde er gesattelt: Pomhoried, 4-jähriger Wallach von Horizon a.d. Pommern v. Habicht. Habicht und seine Tochter Pommern hatten den Wallach deutlich geprägt ...

Günter ritt ihn gleich unter den Anweisungen von Georg Leicht sen., machte in der Halle einige Sprünge und wurde dann mit dem damals noch ziemlich grünen Pferd ins Gelände geschickt.

Mutters Herz rutschte fast bis in die Schuhsohlen, als sie den beiden zusah. Der Wallach bockend mit dem Junior den Berg hoch am Waldrand entlang in forschem Tempo. Man konnte aus der Ferne verfolgen, dass man dem vierbeinigen Kameraden keinen Druck machen musste, sondern dass der von sich aus mehr als 1 PS unter den Sattel brachte. Nach dieser heißen Tour kamen die beiden heil wieder, Günter strahlend bis hinter die Ohren „Mama, den will ich!"

Und eine Partnerschaft wurde geboren, die  fortan, bis auf ein halbjähriges Aus (Pomhoried brach sich im August 1992 den Hufbeinast) von vielen Erfolgen gekrönt sein sollte. Im Sommer 1993 begann seine Kariere mit Siegen und Platzierungen in Springpferde-/Geländepferdeprüfungen und A-Springen. 1994 folgten weitere Siege und Platzierungen in Geländepferde-A und -L und Vielseitigkeitsprüfungen. Immer mehr kristallisierte es sich heraus, dass der Wallach die Dressur als notwendiges Übel empfand und im Gelände und im Parcours geradezu aufblühte.

Postschwaige Geländepferde-L WN 8,1 - Mertingen Gel.Pf L 8,2 - Diessen Obb. Jun. Meisterschaft Bronze - Platzierungen in VA und VL.

Dann im August 1994 ein Schreiben der FN aus Warendorf: „Sehr geehrter Herr Steiner, Ihr Pferd hat sich für das Bundeschampionat des Deutschen Geländepferdes 1994 qualifiziert ..."

Günter wusste im Moment nicht, ob er geschockt sein oder sich freuen sollte. Die Freude siegte - doch leider fanden zeitgleich die bayerischen Junioren-Meisterschaften in Heroldsbach statt. Wo sollten die beiden starten? Eine Rückfrage beim damaligen Bundestrainer Martin Plewa, der den Wallach inzwischen kannte - und der schrieb als Antwort: „Empfehlung Bundeschampionat! Beste Grüße“

Allein der Anblick der Hindernisse auf dem Militaryplatz in Warendorf ließ uns Schauer den Rücken rauf und runter laufen. Nach der ersten Besichtigung  des Geländekurses beschloss Günter „Mama, wir fahren wieder heim, das kann der nicht!“ Wieder galt es, Martin Plewa um Rat zu fragen. Nach diesem Gespräch kam Günter total motiviert wieder, strahlend wie damals, als er den Wallach probegertitten hatte: „Herr Plewa sagt, Pauli kann das.“

„Pauli“, schon lange sein geflügelter Spitzname in ganz Bayern, denn es machte schon bei der Turnieransage Probleme, „Pomhoried“ auszusprechen. Nur dem Ansager in Warendorf nicht. Und unser Pauli durfte in der Abteilung starten mit Pa's Hope/Edith Schless-Beine, Starway/Ingrid Klimke, Inster Graditz/Thies Kaspareit und Reitern wie Marina Loheit und Herbert Blöcker.

Und der Wallach und unser Junior schlug sich tapfer, sie absolvierten zwei komplette Null-Runden, konnten sich in dem erlesenen Starterfeld zwar nicht platzieren, doch immerhin mit WN von 6,8 und 7,3 fürs kleine Finale des BuCha qualifizieren. Total happy fuhren wir von dem Event nach Hause.

Günter und Pauli waren weiterhin erfolgreich in Vielseitigkeitsprüfungen der Kl. A und L, Stilgelände-L und qualifizierten sich auch durch Gewinn der Silbermedaille bei den oberbayerischen und den 3. Platz bei den bayerischen Juniorenmeisterschaften Vielseitigkeit im darauf folgenden Jahr für die deutschen Juniorenmeisterschaften. Immerhin hatte der Wallach 1996 14 Siege und Platzierungen in V/D/S der Klassen A und L im Scheckheft. Bis auf wenige Ausnahmen hatte der Wallach seine Geländerunden immer mit null Fehlern und in der Zeit absolviert. Was ihn dann ab und an die Platzierung kostete, war sein starfightergleicher Flug durch den Parcours, der meist nicht ohne Hindernisfehler blieb.

Muttern durfte ihn zwischendurch in A- und L-Dressuren reiten - falls Pauli sich das Bocken im Viereck verkneifen konnte, war das nicht selten mit Erfolgen gekrönt.

Im Jahr 1997 übernahm Renate Steiner den Wallach ganz, da sich Günter mehr auf die Arbeit konzentrieren musste und die Reiterei ganz an den Nagel hängte. Und auch mit ihr tat es Pauli dem legendären VW-Käfer gleich: er lief und lief und lief, bis er 2002 seine Turnierkarriere ganz beendete. Aber auch heute als aktives Freizeitpferd bestimmt er noch, wann und wo getrabt und galoppiert wird, sonst ...

... Bocken tut er immer noch, mit Freude!